Römische Baumeister errichteten bereits vor 2000 Jahren gigantische Hallen- und Kuppelbauten und erbrachten imponierende Leistungen im Straßen-, Brücken-, Hafen-, Wasser- und Festungsbau.
Der römische Beton oder die römische Betonbauweise wird als "opus caementitium" bezeichnet. Er bestand aus Kalk, Puzzolanen (ursprünglich vulkanische Asche bei Pozzuoli/Neapel - heute Stoffe die zusammen mit Kalk ein hydraulisches Bindemittel ergeben), Zuschläge und Wasser. Nach neueren Untersuchungsergebnissen sind an römischen Bauwerksproben Druckfestigkeitswerte zwischen 5 und 40 N/mm² ermittelt worden. Auch die Rohdichte des römischen Betons weist eine ähnliche Größenordnung auf, wie die eines heutigen Betons. Die Technologie der Römer geriet lange Zeit in Vergessenheit und wurde erst seit etwa 200 Jahren mit der Erfindung besserer hydraulischer Bindemittel, insbesondere des Portlandzements neu erfunden und weiterentwickelt. Zu einer ganz erheblichen Ausbreitung des Betons trug die Erfindung des Franzosen Monier 1867 bei, durch Stahleinlagen die Biegezug- und Zugfestigkeit der Betonkonstruktion beträchtlich zu steigern.
Nach DIN 1045 ist Beton ein künstlicher Stein, der aus einem Gemisch von Zement (DIN 1164) (gegebenenfalls auch Mischbinder), Beton-Zuschlag (DIN 4226) und Wasser (gegebenenfalls auch mit Betonzusatzmittel und Betonzusatzstoffe) durch Erhärten des Zementleims (Zement-Wasser-Gemisch) entsteht.
Die Betontechnologie ist die Lehre von den Mitteln und Verfahren aus Rohstoffen oder anderen Ausgangsstoffen Beton mit bestimmten Eigenschaften herzustellen. Es handelt sich dabei teils um eine chemische Technologie, teils um eine mechanische Technologie. Die Eigenschaften des Mehrkomponentenbaustoffes Beton können im frischen wie im erhärteten Zustand beeinflußt bzw. variiert werden, durch die Art und Menge der verschiedenen Komponenten. Der Zement verbessert zusammen mit Wasser einerseits als Zementleim durch die Schmierwirkung und Klebekraft die Verarbeitung und den Zusammenhalt des Frischbetons, andererseits ist er als Zementstein maßgebend für die Dichte, Festigkeit und Beständigkeit des Festbetons. Die Eigenschaften des Festbetons hängen nicht nur von den Ausgangsstoffen und der Zusammensetzung, sondern ganz wesentlich auch von der Verarbeitung, Nachbehandlung, dem Alter und der Temperatur ab.
Aus den vielen Möglichkeiten der Zusammensetzung und Anwendung des Baustoffs Beton ergeben sich mehrere Unterscheidungen:
Stahlbeton | schlaff bewehrter Beton | DIN 1045 |
Spannbeton | DIN 4227 | |
unbewehrter Beton | DIN 1045 |
Trockenrohdichte [kg/dm³] oder [t/m³] | Zuschläge | |
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Leichtbeton | höchstens 2,0 | Naturbims, Hüttenbims, Blähton, Blähschiefer |
Normalbeton | mehr als 2,0 und höchstens 2,8 | natürliches, ungebrochenes oder gebrochenes dichtes Gestein (z.B. Sand, Kies, Splitt), künstlich hergestellte gebrochene oder ungebrochene Zuschläge (z.B. Hochofenstückschlacke) |
Schwerbeton | mehr als 2,8 | Schwerspat, Eisenerz, Baryt, Stahlsand, Stahlschrott |
Die Betongruppe Ü I umfaßt die Festigkeitsklassen C 8/10, C 12/15, C 16/20, C 20/25 und C 25/30. Zur Betongruppe Ü II gehören zum Teil C 25/30, C 30/37, C 35/45 und höhere Festigkeitsklassen sowie im allgemeinen Betone mit besonderen Eigenschaften (wasserundurchlässiger Beton, Beton mit hohem Frostwiderstand, Beton mit hohem Frost- und Tausalzwiderstand, Beton mit hohem Widerstand gegen chemische Angriffe, Beton mit hohem Verschleißwiderstand, Beton für hohe Gebrauchstemperaturen bis 250° C).
Nach Erhärtungszustand des Betons unterscheidet man:
Solange Beton verarbeitet werden kann, heißt er Frischbeton
Erhärtender Beton, der nicht mehr verarbeitbar ist
Sobald der Beton erhärtet ist, heißt er Festbeton
Nach dem Ort des Abmessens und Mischens unterscheidet man:
Hierbei werden die Bestandteile auf der Baustelle zugegeben und gemischt.
Hierbei wird der Beton, dessen Bestandteile außerhalb der Baustelle abgemessen wurden, in einbaufertigem Zustand an die Baustelle geliefert.
Hierbei handelt es sich um Beton, der als Frischbeton in Bauteile in ihrer endgültigen Lage eingebracht wird und dort erhärtet.
Hierbei handelt es sich um Betonfertigteile, Betonwaren und Betonwerksteine, die als erhärtete Bauteile eingebaut werden.
Günther Schnellbächer
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